Ausgabe 03 / 2016 - Dr. Herwig Kuczewski

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Unklare Erschöpfungszustände – neue Aspekte
 
Die Medizin entwickelt sich ständig dynamisch weiter. Im Folgenden wollen wir Sie über neuere Entwicklungen informieren, die noch nicht in den einschlägigen Medien dargestellt werden. Hier soll es um „Neurostress“ gehen. Negative Stresserkrankungen wie „Ausgebranntsein“, psychische Erschöpfung, Schlafstörungen, Depressionen , Verdauungsstörungen (Reizdarm), oder die Verschlechterung einer Migräne sind in unserer modernen Zeit mit ihrer ständigen Reizüberflutung extrem häufig, Tendenz stark steigend.
 
Stress verursacht im Körper sehr viele unterschiedliche Veränderungen. Die Stressreaktion läuft in unterschiedlichen Phasen ab. Man kann biochemisch mittlerweile recht genau diagnostizieren, in welcher Phase der Stressreaktion sich ein Mensch befindet. Unser Gehirn ist ein ständig auf Hochtouren laufendes Organ, in dem die Feinsteuerung von aktivierenden und hemmenden Botenstoffen durchgeführt wird. Wichtig ist daher, dass nicht wahllos therapiert wird, sondern das Konzentrationsverhältnis der Neurotransmitter vor einer Therapie bestimmt wird.
 
Neben den Botenstoffen spielen die Hormone, vor allem das Kortisol, eine große Rolle. Kortisol ist ein lebenswichtiges Hormon, das unter anderem der Energie-bereitstellung dient. Es wird im Organismus in einem charakteristischen täglichen Rhythmus gebildet. Störungen dieser Rhythmik haben Symptome zur Folge und können durch Messungen diagnostiziert werden. Man kann all diese Stoffe im Körper messen, beispielsweise im Blut, im Speichel oder im Urin.
 
Man kann nun therapeutisch auf die Herstellung dieser fehlenden Stoffe im Körper Einfluss nehmen, indem man z.B. Vorstufen der Stoffe mit ergänzenden Nährstoffen dem Körper im Überschuss anbietet. Die Behandlung mit „Präkursoren“ kommt aus den USA und findet zunehmend den Weg nach Europa. Die Regeneration unseres Gehirns wird durch die Gabe dieser Bio-Präparate erheblich beschleunigt. Unabdingbar ist natürlich, wenn irgend möglich, eine Veränderung des Stress-auslösenden Verhaltens. Ein ganz großer Vorteil des Verfahrens ist, dass es sehr viel weniger Nebenwirkungen – nämlich praktisch keine! – hat, als zum Beispiel die Therapie mit klassischen Antidepressiva. Sind dennoch Psychopharmaka erforderlich, können häufig die eingesetzten Dosierungen reduziert werden.
 
Sollten wir Ihr Interesse geweckt haben – wir beraten Sie gerne!
 
Ausgezeichneter Literaturtipp: „Balance statt Burn-out: Der erfolgreiche Umgang mit Stress und Belastungssituationen“
Prof. Dr. Klaus Linneweh, Prof. Dr. Armin Heufelder, Dr. Monika Flasnoecker, 29,90 Euro
 
 
Dr. Herwig Kuczewski
 
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