Ausgabe 04 / 2016 - Dr. Herwig Kuczewski

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Omega 3 – für jeden sinnvoll!
 
Effektive Vorbeugung ist uns von jeher ein großes Anliegen. Wir empfehlen daher häufig die Einnahme von Omega-3-Fettsäuren. Im Folgenden finden Sie den aktuellen Stand der Wissenschaft.
Die Omega-3-Fettsäuren werden seit Jahren intensiv erforscht. Warum? In epidemiologischen Untersuchungen fiel zunächst auf, dass Völker, die sehr viel Fisch essen, eine ganze Reihe von gesundheitlichen Vorteilen haben. Hier eine Auswahl häufiger Erkrankungen, bei denen der positive Effekt von Omega-3-Fettsäuren untersucht wurde und wird:
Herz-Kreislauf: Omega-3-FS senken das Risiko für hohen Blutdruck, Arteriosklerose und Herzinfarkt. Auch das Schlaganfall-Risiko wird gesenkt.
Chronische Polyarthritis: Omega-3-Fettsäuren sind entzündungshemmend, der Verbrauch an klassischen Antirheumatika wird gesenkt, Symptome wie Morgensteifigkeit verbessern sich.
Osteoporose: Omega-3-Fettsäuren wirken knochenaufbauend. Ein Zuwenig an Omega-3-Fettsäuren zeigt ein deutlich höheres Osteoporose-Risiko.
Depression: Omega-3-Fettsäuren scheinen auch hier positiv zu wirken, wie einige Studien zeigen.
ADS/ADHS: Gesichert ist, dass ein Mangel an Omega-3-Fettsäuren die Symptome verschlechtert. Einige Studien zeigen darüber hinaus auch eine Verhaltensverbesserung bei therapeutischer Dosis.
Demenz: Auch hier ist belegt, dass ein Mangel an Omega-3-Fettsäuren das Risiko für z.B. Morbus Alzheimer erhöht. Alles spricht dafür, dass zur Vorbeugung der Altersdemenz eine gute Zufuhr an Omega-3-Fettsäuren sehr sinnvoll ist.
Krebs: Positive Daten gibt es u.a. für Dickdarm-, Brust- und Prostata-Krebs.
Makula-Degeneration des Auges: Omega-3-Fettsäuren wirken hier prophylaktisch.
 
Die beiden therapeutisch wirksamen Omega-3-Fettsäuren werden EPA und DHA abgekürzt und kommen ausschließlich in Fisch und Co. vor. Achtung: pflanzliche Lieferanten wie Leinöl, Walnüsse etc. enthalten eine ungesättigte Fettsäure, die Alpha-Linolensäure, die im Körper aber erst noch in EPA/DHA umgewandelt werden muss. Das funktioniert nicht bei allen Menschen gleichermaßen gut! Dies lässt sich im Labor genau untersuchen.
Dosierung: Am besten ist hochwertiger Fisch, wie Hering, Makrele, Sardine und Lachs. Viel Omega-3 ist auch im Thunfisch enthalten, hier ist bei häufigem Konsum die hohe Schwermetallbelastung ein Problem. Alle Fischöl-Präparate enthalten genaue Mengenangaben, wieviel EPA/DHA sie enthalten. Die Tagesdosis sollte durchschnittlich mindestens 1 Gramm EPA/DHA enthalten. Je nach Krankheitsbild sind Dosierungen bis 4 Gramm pro Tag erforderlich. Ab 3 Gramm ist unbedingt Rücksprache mit uns erforderlich, da es hier zu Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten und Nebenwirkungen kommen kann. Anscheinend preiswerte Drogeriemarkt-Präparate sind oft sehr niedrig dosiert, also Vorsicht!
Falls Fragen sind – gerne! Dr. Herwig Kuczewski


 
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